Ein Fehlalarm kann teuer werden
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EIN FEHLALARM KANN TEUER WERDEN - AUCH BEI ZERTIFIZIERTEN ANLAGEN

- Nur die Vermeidung möglichst vieler Fehlerquellen reduziert das Risiko -

Fehlerhafte oder gestörte Funk-Übertagung, kaputte Sensoren oder leere Batterien sind typische Fehlerquellen, wie einer Alarmanlage einen Einbruch vorgetäuscht werden kann.

Wer sich mit Einbruchmeldeanlagen beschäftigt, stößt früher oder später auch auf Berichte über diverse Fehlalarme und deren Konsequenzen. Ob fest verkabeltes BUS-System, Funkanlage oder Infraschall-Technologie. Ein möglicher Fehlalarm kann nie zu 100% ausgeschlossen werden. Doch was passiert, wenn beispielsweise ein Bewegungsmelder plötzlich einen Alarm auslöst, weil das Haustier sich im falschen Raum aufhält. Auch massive Sonneneinstrahlung oder eine Installation über einer Heizung kann zu einer fehlerhaften Funktionsweise von Sensoren führen. Unsaubere Verkabelung oder andere Montagefehler führen laut Polizei vermehrt zu Fehlalarmen.

Wird die Polizei aufgrund eines Alarms einer Einbruchmeldeanlage informiert, können die Beamten erst einmal nicht abschätzen, ob tatsächlich ein Einbruch vorliegt oder nicht. Das heißt, sie rücken aus, um das Geschehen vor Ort einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Falls bei einem Polizeieinsatz keine konkreten Hinweise auf einen tatsächlich versuchten Einbruch gefunden werden, flattert beim Betreiber einige Wochen später ein saftiger Gebührenbescheid ins Haus.

- Zertifizierung der Anlage schützt nicht vor Gebührenbescheid -

"Wenn eine technische Schutzeinrichtung nicht ordnungsgemäß funktioniert und damit einen Polizeieinsatz auslöst, müsse der Betreiber damit rechnen, für den Einsatz eine Gebühr zahlen zu müssen, unabhängig davon, ob eine selbst gebaute oder eine professionelle und geprüfte Anlage ausgelöst habe" sagt Dietmar Schorn vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention der Polizei.

Mario Heinemann, Sprecher des Polizeipräsidiums in Brandenburg, stellt fest, dass auch die beste Alarmanlage nicht gegen Fehler gefeit sei. Deshalb würden Gerichte auch immer wieder Einsprüche von Betroffenen ablehnen, die sich gegen entstandene Gebührenbescheide wehren. Oft wird argumentiert, dass ihre Alarmanlage zertifiziert sei oder der Fehlalarm nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte. "Trotzdem muss der Betreiber für den unnötigen Einsatz zahlen. Eigentum verpflichtet"

- Typische Fehlerquellen für Fehlalarme -

Sebastian Brose, Sicherheitsexperte bei einem Unternehmen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft rät konkret von Billig-Anlagen vom Discounter ab. Fehlende Batteriestandanzeigen für die Bewegungsmelder oder Fenster- und Türkontakte lassen Bewohner in dem Glauben, rundum geschützt zu sein. Ist die Batterie jedoch leer, wird auch kein Signal an die Steuerung weitergegeben - die Bewohner werden über diesen Zustand nicht informiert.

Eine andere Fehlerquelle kann der Funkkontakt zwischen Bewegungsmelder, Überwachungskamera oder Tür- und Fensterkontakt zur Basiseinheit sein. Sebastian Brose: "Wird nur auf einer einzigen Frequenz gefunkt, kann man mit einem ganz simplen Funkgerät von außen diese Funkfrequenz blockieren - und der Alarm wird dann nicht ausgelöst."

- Problemfall Haustier: Außenhaut-Sicherung durch Infraschall-Technologie sinnvoll -

Ein anderer kritischer Faktor sind Haustiere. Zertifizierte Anlagen werben häufig mit "Haustier-Immunität" - doch diese Anlagen unterschätzen häufig die Agilität von Hund und Katze. Deshalb rät der Sicherheitsexperte Brose: "Wer Haustiere hat, muss das mit dem Projektierer der Anlage absprechen. Sinnvoll kann es dann sein, nur die Außenhaut des Gebäudes zu sichern oder aber im Innenbereich nur die Räume, die für das Tier nicht zugänglich sind."

 Die Anlage sollte immer zu den persönlichen Lebensumständen passen und vor Ort ausgiebig getestet werden - deshalb ist ein persönliches Beratungsgespräch in den eigenen vier Wänden unumgänglich.